Nehmen Sie Koktakt auf

IoT, Digitalisierung

Die vernetzte Baustelle

In Ihrem Netzwerk teilen:
    

Erstellt: 04.07.2018

2018_Die_vernetzte_Baustelle

Ein Bauprojekt ist ein ganzes Ökosystem an Beteiligten – vom Bauunternehmen selbst über seine Lieferanten bis hin zu Versicherungen. Deren Vernetzung zur automatisierten Datenübertragung in Echtzeit und die darauf basierende Einführung einer «digitalen Bauakte» kann vielfältige Anwendungen ermöglichen, die das Baustellenmanagement effizienter und damit nachhaltiger machen.


Nachhaltiges Bauen heisst vor allem: effizient bauen. Doch noch ist es um die Effizienz aufgrund von unzähligen manuellen Abläufen und Reibungsverlusten an den Schnittstellen zwischen den vielen verschiedenen Projektbeteiligten nicht zum Besten bestellt. Und so kommt es, dass ca. 40 Prozent aller grossen Bauvorhaben das Zeit- und Kostenbudget überschreiten. Durch Diebstahl entstehen Millionenschäden auf Baustellen. Hinzu kommen eine substanzielle Kapitalbindung, hoher logistischer Aufwand, insbesondere auch beim Gerätemanagement, eine aufwändige Schadensabwicklung und die zunehmend komplexeren gesetzlichen Vorschriften. Das Ökosystem auf einer Baustelle ist äusserst verschlungen – in einem komplexeren Projekt stehen im Schnitt bis zu 160 Firmen im Einsatz – und reicht von Sandgrube und Kies- oder Betonwerk über die Maschinenhersteller und andere Lieferanten bis hin zu den Bauunternehmen und peripheren Dienstleistern wie beispielsweise Versicherungen.

Die Digitalisierung schafft schon allein durch eine bessere Vernetzung dieser verschiedenen Player im komplexen Baugeflecht Optimierungsmöglichkeiten. Werden zudem Daten vom einen Businesspartner zum nächsten übertragen, kann der Bau im Sinne einer digitalen Bauakte massgeblich sicherer, kostengünstiger und qualitativ hochwertiger abgewickelt werden. Anwendungsbeispiele für Sensoren-, Daten- und Cloud-getriebenes «Connected Business» sind z. B. das Betriebsdatenmanagement, Diebstahlschutz, Unfallverhütung oder Inventarisierungen.

Betriebsdatenmanagement

Sind die Geräte mit Sensoren ausgestattet, können sämtliche Betriebsdaten wie Status, Feuchtigkeit, Temperatur, Gerätelaufzeiten oder -verfügbarkeiten von stationären und mobilen Baumaschinen erfasst, übermittelt und zentral verarbeitet werden. Daraus lassen sich das potenzielle Wartungsaufkommen besser einschätzen, Wartungsfahrten optimieren, die Ersatzteillogistik effizienter planen oder die Geräteverfügbarkeit generell erhöhen. Alles in allem werden unvorhergesehene Bauunterbrechungen verhindert und die Produktivität verbessert. Auch für die Energieeffizienz ist das Betriebsdatenmanagement höchst wertvoll: Dank vollautomatisierter Erfassung und Dokumentation von Energieverbrauchswerten beliebiger strombetriebener Geräte können Gerätedefekte erkannt, deren Verbrauch besser gesteuert oder sogar neue Businessmodelle in der Abrechnung etabliert werden.

Diebstahlschutz

Sensorenbestückte Geräte und Fahrzeuge können mittels GPS-Empfängern und Diebstahlschutzvorrichtungen überwacht werden. Wenn das Gerät beispielsweise einen vordefinierten Bereich verlässt, wird automatisch ein Alarm erzeugt und die verantwortliche Person per SMS oder Mail informiert. Auch hier lassen sich neben der Prozessoptimierung neue Geschäfts- und Servicemodelle wie etwa Diebstahlschutz seitens der Hersteller oder innovative Prämienmodelle für die Versicherung vorstellen. 

Unfallverhütung

Noch hilfreicher ist die Verknüpfung von Sensorik und GPS-Überwachung für den Schutz der Mitarbeitenden oder generell der Menschen im Umfeld einer Baustelle. Für Bereiche mit erhöhtem Gefahrenpotenzial kann beispielsweise der Zutritt beschränkt werden. Betritt eine unberechtigte Person den Gefahrenbereich wird Alarm ausgelöst. Die Unfallverhütung ist im Sinne der Versicherungen und erfüllt die Vorschriften der Berufsverbände. Es können nicht nur Plan- und Zeitverzögerungen vermieden, sondern Anlagen auch vor Fremdeinwirkung bewahrt werden.

Inventarisierung

Werden die vernetzten Geräte und Baumaterialien zentral überwacht und geortet, hat man jederzeit Transparenz über deren Standort und Bestand. Automatisiertes Ein- und Ausschecken verringert die Fehlerquote und erhöht die Auslastung. Auch hier kann bares Geld gespart und für reibungslosere Prozesse gesorgt werden.

Die digitale Bauakte

Ein nicht zu unterschätzender Vorteil der Datenerfassung, -übertragung und -speicherung ist zudem, dass sämtliche Prozesse transparent nachvollziehbar sind. Projektspezifische Ablagen stellen Ordnung und Rechtssicherheit her – im Baugeschäft eine zwingende Notwendigkeit, wenn es zu Auseinandersetzungen zwischen Vertragspartnern kommt. 

Werden die Geräte- und Materialdaten noch um Systeme für die Warenbewirtschaftung, das Projektmanagement oder das CRM ergänzt, kann die gesamte Schriftgutverwaltung des Baugeschehens digitalisiert werden. Rechnungen, Lieferbelege, Pläne oder Mängelbeschreibungen inklusive Fotos sind einfacher zuorden- und wiederauffindbar. Der gesamte operative und kaufmännische Prozess wird enger miteinander verzahnt und den Projektbeteiligten nach dem «need to know»-Prinzip zugänglich gemacht. Und führt zu der gewünschten Effizienzsteigerung, was dem Bauprojekt, seinen Auftraggebern und allen Beteiligten zugute kommt.

Big Data: Referenz Booklet

Kontakt
Richard Brändli
Solution Sales IoT / Big Data, T-Systems Schweiz
Serie: Internet of Things  Das Internet der Dinge steht für vernetzte Wertschöpfungsketten und eine  sichere Kommunikation von Maschine zu Maschine. Der Mensch ist Teil dieses  Netzwerks. Mehr erfahren
Richard Brändli

Kontakt: Richard Brändli

Solution Sales IoT / Big Data, T-Systems Schweiz