<img height="1" width="1" style="display:none" src="https://www.facebook.com/tr?id=664062317274151&amp;ev=PageView&amp;noscript=1">
T-Systems Logo

Let's power
higher performance

eHealth, Digitalisierung

Digitalisierung im Gesundheitswesen

In Ihrem Netzwerk teilen:
   

Erstellt: 12.09.2017

Thomas Mattmann leitet seit dem ersten Juli 2017 die Klinik Hohmad als Geschäftsführer

Im Interview mit Thomas Mattmann, Experte im Spital- und Gesundheitswesen und Geschäftsführer der Klinik Hohmad in Thun, sprechen wir über die aktuellen Herausforderungen und Chancen der Digitalisierung im Gesundheitswesen.


Herr Mattmann, Sie sind seit vielen Jahren im Gesundheitswesen tätig – wo sehen Sie die grössten Unterschiede in Ihrer Arbeit heute und früher? Inwiefern erleichtert die Digitalisierung die Arbeit im Spital?

Man kann heute und früher nicht miteinander vergleichen. Die Bedürfnisse und Möglichkeiten haben sich total verändert. Auch die Geschwindigkeit im Alltag hat zugenommen. Für mich ist die Digitalisierung ein zweischneidiges Schwert. Zum einen erleichtert sie vieles und bringt Vorteile mit sich, zum anderen bedeutet sie gleichzeitig mehr Aufwand, da mehr Bedürfnisse entstehen die mit den Möglichkeiten der Digitalisierung geweckt und gedeckt werden müssen.

Welche Chancen sehen Sie generell in der Digitalisierung des Gesundheitssektors? Welche digitalen Trends werden sich in Zukunft noch mehr durchsetzen (Apps, mobile Patientenkommunikation etc.)?

Eine grosse Chance ist sicherlich, dass die gesamte Dokumentation rund um den Spitalalltag mit den Patienten strukturierter abgebildet werden kann. Die Prozesse werden vernetzt und der Kommunikation sind keine Grenzen gesetzt. Natürlich birgt die Digitalisierung auch Risiken, beispielsweise könnte eine Informationsüberflutung die Folge sein.

Bezüglich der digitalen Trends wird das Thema Social Medien sicherlich noch zunehmen. Teamkommunikation mittels Socialmedia-Gruppen hilft bereits heute bei Updates von Informationen und kann die Zugehörigkeit fördern. Der Einsatz von Social Media gehört bei den jüngeren Generationen einfach zu einem guten Arbeitgeber dazu. Zusätzlich denke ich, dass die Personalsuche sehr stark von der Digitalisierung geprägt wird - von der Information über den zukünftigen Arbeitgeber bis hin zur Vermittlung von Arbeitsressourcen.

Für die Patienten kann sich durch Telemedizin, elektronische Patientendossiers etc. einiges ändern. Herrscht hier eher Skepsis oder Neugierde bei der Einführung digitaler Geschäftsmodelle?

Telemedizin und Patientendossiers sind vor allem für den Arzt von Nutzen. Der Patient merkt den Einsatz weniger. Ich denke generell, dass uns noch nicht bewusst ist, was Big Data alles mit sich bringt und welches Potenzial dahinter steckt. Je nach Generation lösen neue digitale Geschäftsmodelle Angst oder Vertrauen aus. Was für die Generation Y selbstverständlich ist, ist bei den Ü60 gerade das Gegenteil.

Inwiefern spielen hier Datenschutz und eine transparente Kommunikation zur Datenhaltung in der Schweiz eine Rolle?

Da stecken wir noch in den Kinderschuhen, aber das Thema spielt eine sehr grosse Rolle. Der Preis für den Datenschutz kann nicht hoch genug sein, wird aber in keiner Tarifposition abgebildet. Dies sollte einfach in den Gemeinkosten aufgehen. Dieser Preis ist teurer als alle glauben und wahr haben wollen.

Sie bringen viel Erfahrung im Schweizer Gesundheitswesen mit – sehen Sie uns als Vorreiter oder eher als vorsichtige Beobachter in der Digitalisierung? Gibt es vielleicht Kollegen im Ausland die bereits digitale Arbeitsmittel einsetzen, die bei uns noch undenkbar wären?

Die Schweiz spielt da leider nicht an vorderster Front mit. Es gibt einige Spitäler die noch kein KIS im Einsatz haben. Es gibt viele Pflegeheime und Spitex-Betriebe die noch keine elektronische Pflegedokumentation haben. Und eine Vielzahl der Arztpraxen hat noch keine elektronische Krankengeschichte (KG). Da frage ich mich: Wie kann der Nutzen der Digitalisierung durch vernetzte und digitale Geräte erreicht werden, wenn sogar die Basics fehlen? Der Vorteil der Prozesssteuerung und Ablaufoptimierung mit elektronischer Unterstützung hat daher noch sehr viel Potential im Gesundheitswesen! 

Kontakt
Jürgen Graalfs
Industry Sales Healthcare, T-Systems Schweiz
Über Thomas Mattmann

Thomas Mattmann leitet seit dem ersten Juli 2017 die Klinik Hohmad als Geschäftsführer. Er hat davor über 13 Jahre lang als CEO der Stiftung und Klinik Siloah in Gümligen gearbeitet und gilt als ausgewiesener Kenner des Spital- und Gesundheitswesens im Kanton Bern. 

Mehr zum Thema

Krankenhaus-Informationssystem iMedOne® und iMedOne® Mobile

 Krankenhaus-Informationssystem

Ärzte und Pflegekräfte entlasten, Prozesse verschlanken und die Versorgungsqualität erhöhen – viele Gründe sprechen dafür, ein Krankenhaus-Informationssystem einzuführen.

iMedOne® und die App iMedOne® Mobile ermöglichen die Umstellung auf digitale Patienteninformationen und bringen diese genau dorthin, wo sie gebraucht werden: zum Arzt und Pflegepersonal.

Mehr erfahren ...

Jürgen Graalfs

Kontakt: Jürgen Graalfs

Industry Sales Healthcare, T-Systems Schweiz